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Die zweite Hälfte des Vormittags der Tagung: „Klima in der Krise – Last Exit Copenhagen“ war den spezifischen Auswirkungen des Klimawandels und konkreten Präventionsmaßnahmen gewidmet. Besonders fokussiert wurden dabei „best practice“ Modelle jener Länder, die schon in der Gegenwart mit den Auswirkungen eines veränderten Klimas zu kämpfen haben.
Sowohl über die exakten Auswirkungen des Klimawandels als auch über die sozio-ökonomischen Entwicklungen der betroffenen Länder könne keine sichere Prognose gegeben werden. Die Möglichkeiten der Anpassung seien vielfältig und müssten deshalb auch kontextspezifisch diskutiert werden stellte Harmeling fest. Der Referent zählte trotzdem einige positive Aspekte auf, die als allgemeine Grundlage der Klimawandelanpassung dienen können. In vielen Ländern gäbe es bereits ein großes Potenzial im Umgang mit bisherigen Wetterkatastrophen. Der Klimawandel verschärfe häufig schon bekannte Risiken und die spezifischen Erfahrungen der betroffenen Menschen könnten deshalb als Grundlage für Anpassungsideen genutzt werden. Der Referent betonte, dass die Fähigkeiten der betroffenen Länder für eine treffsichere Klimawandelanpassung beachtet und abgeschätzt werden müssten. Außerdem verwies er auf die Bereitschaft vieler Entwicklungsländer, sich mit dem Thema „Klimawandel“ auseinanderzusetzen: „Die Debatte zu Anpassung in manchen Entwicklungsländern ist größer als in entwickelten Ländern. Die Klimaopfer warten nicht passiv auf Hilfe!“ Der Weg zur Klimagerechtigkeit – Stolpersteine Besonders wichtig für eine zielgerichtete Anpassung an den Klimawandel sei die „systematische Identifizierung“ der besonders verwundbaren Länder und Regionen. Dabei spielen Armut, Krankheiten oder etwa eine schlechte soziale Infrastruktur eine große Rolle. Es fehle bisher noch an Studien, anhand derer ein klarer Überblick gegeben wird, in welchen Gebieten Menschen besonders betroffen und gefährdet sind.
Bezüglich des Klimagipfels in Kopenhagen stellte Harmeling abschließend fest, dass es deshalb notwendigerweise zu einer Ausweitung der finanziellen Unterstützung für zukünftige Anpassungspakete kommen müsse. Gleichzeitig forderte er eine kurzfristige Finanzierung für die Jahre zwischen 2010 und 2012. Aber auch die Grenzen der Klimaanpassung dürften nicht außer Acht gelassen werden, so Harmeling. Den unvermeidbaren Schäden des Klimawandels müssen in Kopenhagen Beachtung geschenkt werden. „Best Practice“ – Katastrophenschutz und Klimawandelanpassung Andreas Zahner von der Humanitären Hilfsorganisation „CARE“ und Max Santner, Leiter des internationalen Bereiches des Roten Kreuzes, gaben im Anschluss an den Vortrag von Sven Harmeling einerseits einen kurzen Überblick über das Tätigkeitsfeld ihrer Organisationen und andererseits eine Vorstellung von „best practice“ Modellen im Bereich der Nach- und Vorsorge in vom Klimawandel betroffenen Ländern. Andreas Zahner betonte die besondere Verwundbarkeit von Frauen durch den Klimawandel. Diese seien durch ihren Zuständigkeitsbereich, der Nahrungsmittelproduktion und des Managements von Wasser und Holz besonders von Umweltveränderungen betroffen. Gleichzeitig hätten sie weniger Zugang zu Informationen und Mitbestimmungsmöglichkeiten. Zahner berichtete von einem Projekt in Nord-Ghana, in dem dieser Tatsache der Diskriminierung besondere Beachtung geschenkt wurde und gleichzeitig das Erfahrungswissen der Bevölkerung – die aufgrund des Klimawandels mit der steigenden Unfruchtbarkeit des Bodens und vermehrten Unwetterkatastrophen zu kämpfen hat – genutzt wurde. Indem schon vorhandene Strategien der Bevölkerung und ExpertInnenwissen verknüpft wurden, entstanden neue Möglichkeiten der Sicherung des Lebensunterhalts und zur Katastrophenvorsorge. Seit 2007 wird nun in Ghana mit einem von CARE entwickelten Handbuch zur Planung und Umsetzung von Projekten im Bereich Klimawandel gearbeitet.
Auch Max Santner berichtete von einem positiven Beispiel hinsichtlich des Katastrophenschutzes in vom Klimawandel betroffenen Ländern. Der Klimawandel, so Santner, sei nicht nur eine Herausforderung für die Umwelt, sondern auch für die Entwicklungszusammenarbeit. Er betonte die Vorteile einer Katastrophenvorsorge gegenüber der Katastrophenhilfe und forderte die Integration der Bedingungen für eine gelingende Katastrophenvorsorge im Kopenhagen-Abkommen. Die Finanzierung für die Klimawandelanpassung müsse auch Mittel für die Katastrophenvorsorge vorsehen.
Sven Harmeling.pdf (448.00 KB)
Die Autorin ist Mitglied des online-Redaktionsteams des Freire Zentrums.
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