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Aktion & Reflexion

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Texte zur transdisziplinären Entwicklungsforschung und Bildung
Hg. Paulo Freire Zentrum Wien.

Die neue Heftreihe erscheint online als pdf unter dem Titel "Aktion & Reflexion", eine Formulierung von Paulo Freire, mit der er auf die innere Verwobenheit von Denken und Handeln aufmerksam machen wollte.

 

Heft 1:
Andreas Novy, Lukas Lengauer, Anna Kaissl, Melanie Wawra, Jennifer Ziegler:
Dialog oder Konflikt der Kulturen? (= Aktion & Reflexion.
Texte zur transdisziplinären Entwicklungsforschung und Bildung; Heft 1).
Herausgegeben vom Paulo Freire Zentrum. Wien, Oktober 2008. 

Aktion & Reflexion_Heft_1.pdf  (230.90 KB) 

Kultur ist nicht nur im Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs 2008 in aller Munde, und doch bleibt der Gehalt des Begriffs häufig schwer fassbar und verschwommen. Im Zuge des Projekts „Hauptschule trifft Hochschule“ entstanden, bietet dieser Artikel Überblick über Konzepte, Theorien und Analysen, um das komplexe Themenfeld Kultur zu begreifen. Ausgehend von einem Panorama zentraler Definitionen des Begriffes, kreisen die hier diskutierten Ansätze und Thesen um die Opposition von Dialog und Kampf der Kulturen. In einem kritischen Schweifzug durch Diskurse über Kultur(en) werden sowohl Konzepte wie Multi-, Inter- und Transkulturalität, als auch die kulturalistischen Thesen von Samuel Huntington beleuchtet, wobei die AutorInnen letztere auf der Basis von Konzepten wie Orientalismus, Hybridität und Übersetzung problematisieren. Die Auseinandersetzung mit Daten des 2. Österreichischen Migrations- und Integrationsberichtes 2001-2006 ermöglicht außerdem eine Verbindung zwischen diesen theoretischen Ansätzen und der österreichischen Situation im Hinblick auf Formen von Konflikt und Dialog der Kulturen herzustellen. 

english abstract: Not only in the European Year of Intercultural Dialog 2008 culture is on everyone´s lips, and still its content is often elusive and blurred. Produced in course of the project “Hauptschule trifft Hochschule”, this article offers a survey of concepts, theories and analysis to comprehend the complex subject of culture. Based on a panorama of central definitions of the idea of culture, the discussed approaches and assumptions circle around the opposition of dialogue and struggle. This critical exploration of discourses about culture(s) highlights concepts such as multi-, inter- and transculturalism as well as the culturalist ideas of Samuel Huntington, which the authors problematize with concepts like Orientalism, Hybridity and Translation. Furthermore a discussion of data from the Second Report on Migration and Integration in Austria allows to establish a connection between these theoretical approaches and the situation in Austria concerning forms of conflict and dialogue of cultures.

 

Heft 2:
Andreas Novy, Barbara Beinstein, Christiane Voßemer:
Methodologie transdisziplinärer Entwicklungsforschung (= Aktion & Reflexion. Texte zur transdisziplinären Entwicklungsforschung und Bildung; Heft 2). Herausgegeben vom Paulo Freire Zentrum. Wien, Oktober 2008.

Aktion&Reflexion_Heft_2.pdf  (767.13 KB) 

Dieser Artikel bietet einen Einstieg für Feldforschungen zum Themenfeld Entwicklungsforschung, die die Trennung von Objekten und Subjekten der Forschung überwinden wollen. In einem ersten Teil werden drei verschiedene Zugänge zum Themenfeld Entwicklungsforschung dargestellt, wobei der Ansatz betont wird, der eine breitere, auch Europa und die USA integrierende Sichtweise von Entwicklungsforschung verfolgt. Der zweite Teil widmet sich der interpretativen Sozialforschung und hierbei den beiden Methoden der teilnehmenden Beobachtung und des ero-epischen Gesprächs. Dabei wird die Variante von interpretativer Sozialforschung betont, die als Teamarbeit und im Rahmen einer kumulativ-zirkulären Forschung organisiert ist. Hinzu kommen praktische Hilfestellungen für Forschende, die mit diesem Forschungszugang noch nicht vertraut sind. Der dritte Teil widmet sich der Transdisziplinarität als einem Forschungsprogramm, das Wissen über die Mauern der Universität hinaus organisiert, indem es das Erfahrungswissen der Akteurinnen vor Ort aktiviert und in den Lern- und Forschungsprozess einbringt. Auch in diesem Kapitel, in dem es um die gesellschaftliche Verantwortung der Wissenschaft geht, werden neben grundlegenden Überlegungen zur Organisation der Forschung praktische Hinweise für transdisziplinäres Forschen gegeben.

english abstract: This article offers an introduction into fieldwork in development studies that aims to overcome the subject - objects divide in research. In the first part three different approaches to development research are described, while a broad approach, which includes Europe and the USA as sites of development, is especially pointed out. The second part of the article addresses interpretative social science and looks particularly at the methods of participant observation and ero-epic dialogue. A version of interpretative social science, which is organised as team-work in the context of cumulative-circular research processes, is especially emphasised. In addition a additional support is offered for researchers without profound experience with these approaches and methods. The third part highlights the topic of transdisciplinarity as a research program that exceeds the academic field by invoking the experience-based knowledge of local agents and integrating it into the learning and research process. Again, in this chapter practical advice for the organisation and execution of transdisciplinary research is offered in addition to a reflexion on the social and ethical responsibility of science.

Heft 3:
Novy, Andreas: The World is emerging – on the current relevance of Paulo Freire. (= Aktion & Reflexion. Texte zur transdisziplinären Entwicklungsforschung und Bildung; Heft 3). Herausgegeben vom Paulo Freire Zentrum. Wien, November 2009.

Aktion & Reflexion_Heft 3.pdf  (453.43 KB)


Paulo Freire was the most outstanding popular educator in Brazil and founder of pedagogy of liberation and a mass movement for adult alphabetization. His educational approach based on raising the consciousness (Conscientização) links action to reflection. This article analyses the contribution of Freire’s posture and world-view for current development studies and education. The following arguments are presented in four sections: Firstly, reading the world is a critical undertaking to understand the reality based on dialogue, dialectics and a contextualized and problem-oriented approach. Secondly writing the world is acting in a world structured by domination and oppression which calls for a non-dualistic approach that links agency and structure and ethics and rationality in an attempt of overall democratization. Section three is dedicated to case studies which aim at contextualizing Freire’s approach for Vienna in the 21st century. Section four summarizes the arguments, focusing on its implications for development studies by pursuing the traditions introduced by Pierre Bourdieu and Roy Bhaskar.

Heft 4:

Michaela Hauer: Incubadoras an brasilianischen Universitäten. (=Aktion & Reflexion. Texte zur transdisziplinären Entwicklungsforschung und dialogischen Bildung; Heft 4). Herausgegeben vom Paulo Freire Zentrum. Wien, Feber 2010.  

Aktion&Reflexion_Heft4.pdf  (1.05 MB) 

Incubadoras an brasilianischen Universitäten bilden Schnittstellen zu benachteiligten Bevölkerungsgruppen und sind gleichzeitig Instrumente der Weiterbildung in der Solidarökonomie. Die Idealvorstellung von Bildung in Incubadoras geht über den Zweck, inhaltliches Faktenwissen zu vermitteln, hinaus. Ziel ist es, mit  emanzipatorischer Erwachsenenbildung und partizipativen Prozessen – der Haltung von Paulo Freire folgend – Persönlichkeiten hervorzubringen, die in der Lage sind, die Realität kritisch zu hinterfragen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Darüber hinaus nehmen öffentliche Universitäten durch die Incubadoras ihre
gesamtgesellschaftliche Verantwortung wahr, indem sie
ausgeschlossenen Teilen der Bevölkerung mit der Demokratisierung
von Wissen Zugang zu Bildung bieten und im Sinne der Solidarökonomiebewegung zu ihrer ganzheitlichen Inklusion beitragen. In der in Europa oft geführten Diskussion „Employability-Ansatz versus humanistische Bildung“ können die Bildungsmethoden
der brasilianischen Incubadoras Denkanstöße zur Überwindung einer bisweilen dualistischen Sichtweise in dieser Frage bieten.

Heft 5:
Gerald Faschingeder, Andreas Novy, Sarah Habersack, Simone Grosser: Ungleiche Vielfalt der Mobilität. (= Aktion & Reflexion. Texte zur transdisziplinären Entwicklungsforschung und dialogischen Bildung; Heft 5). Herausgegeben vom Paulo Freire Zentrum. Wien, März 2010.  

Aktion & Reflexion_Heft5.pdf  (986.79 KB) 
 
Das Heft bietet eine erste Auseinandersetzung mit dem Begriff der Mobilität – Jahresthema des Projekts "Ungleiche Vielfalt". Mobilität ist im Sinne Paulo Freires ein generatives Wort, da es für alle am Projekt Beteiligten einen zentralen Stellenwert einnimmt und zahlreiche Widersprüche in sich fasst. Neben einer geschichtlichen Auseinandersetzung zum Begriff und zum Phänomen Mobilität steht der dialektische Zusammenhang zwischen räumlicher und sozialer Mobilität im Mittelpunkt. Das Zusammenspiel der verschiedenen Aspekte von Bewegung in Raum und Gesellschaft erfordert eine Denkweise, die vermeintliche Widersprüche verbindet, denn jede Form der Mobilität steht mit anderen in Verbindung und gerade das Zusammenspiel im Sinne einer Häufung von großer oder geringer, freiwilliger und erzwungener Mobilität in ihren räumlichen und sozialen Dimensionen ist für das Forschungsprojekt bedeutsam. Im Fokus steht die Beziehung von Mobilität und Freiheit, d.h. der Möglichkeit, den Status Quo zu verändern und Neues zu schaffen – für sich und in der Gesellschaft. 

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